Entstehung unserer Kirche

 

Die erste Nennung Notzingens fällt in die Zeit der Kämpfe zwischen Kaiser und Papst, gegen Ende des 11.Jahrhunderts. Damals gehörte der Ort wie auch Ötlingen, Dettingen, Owen und Brucken kirchlicherseits zur St. Martins-Kirche in Kirchheim. Die Dorfbewohner von Notzingen besuchten zum Kirchgang die außerhalb der Stadtmauern gelegene Friedhofskapelle, die 1841 abgebrochen wurde.

Um die Mitte des 14.Jahrhunderts wird eine Filialkapelle im Dorf erwähnt, die dem Heiligen Jakob geweiht war. So war den Notzingern und Wellingern der weite Kirchgang nach Kirchheim erspart. Diese Kapelle stand sicher auf dem Platz der heutigen Kirche. Zu ihr gehörte ein Kaplan, der im Ort wohnte.

Wie aus einer Urkunde aus dem Jahre 1627 hervorgeht, hat das Kaplaneihaus einst da gestanden, wo das 1840 erstellte Schul- und Rathaus heute noch steht.

Die erste Kapelle ist wohl 1620 zu einer Kirche erweitert worden: die 1833 abgebrochene Kirche trug nämlich über dem Hauptportal die Jahreszahl 1620.

1725 wurde der Glockenturm unter vielen Kosten wiederhergestellt, weil er einzufallen drohte. Zwanzig Jahre später erweist sich der Dachstuhl als reparaturbedürftig.

1756 war auch der hölzerne Turm so verfault, dass Einsturzgefahr bestand. Damals wurde er ganz neu erstellt.

Bald zeigte sich eine andere Not: Das Schiff barg zu wenig Sitze, es kam kaum Sonnenschein durch die kleinen, trüben Fenster, in den Männerstühlen saß man gebückt und in den Frauenstühlen wurde man vom Ofenqualm gequält.

So war es verständlich, dass im Jahr 1832 der Wunsch aufkam, die unzureichende Kirche von 1620 durch eine Neue zu ersetzten.

Warum aber wurde für einen damals so kleinen Ort (1833 ca. 1100 Einwohner) ein so großes Kirchenschiff mit etwa 500 Sitzplätzen geplant und gebaut:

1.) Pfarrer Gottlob Baumann, der damals in Notzingen Pfarrer war, zog durch seine vollmächtigen Predigten auch sehr viele Auswärtige an, so dass der Platz in der alten Kirche nie ausreichte.

2.) Herzogin Henriette von Württemberg, die seinerseits in Kirchheim lebte, gehörte zu den Hörerinnen Pfarrer Baumanns und förderte die Planung und Ausführung des Kirchenneubaus.

 

Nachdem die Finanzierung sowie die Genehmigung geregelt waren, konnte Ende April 1833 mit dem Bau begonnen werden. Die Arbeiten wurden im Akkord ausgeführt, so dass schon am 20.Oktober 1833 die neu gebaute Kirche eingeweiht werden konnte.

 

So, wie das Kirchenschiff 1833 erbaut wurde, steht es heute noch.

Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche durch die baulichen Veränderungen, die 1904 vorgenommen wurde. Der Kirchturm, der 1833 belassen wurde, musste abgerissen werden. Dem Kirchenschiff wurde ein neuer Kirchturm mit einem Choranbau im Osten angefügt

1965/66 wurde eine Generalüberholung vollzogen.

Dies begann wie bei einem zum Glauben gekom-menen Christen von innen.

Der Kirchenraum wurde völlig umgestaltet, die Kanzel versetzt, eine Empore entfernt… und so dem Gotteshaus ein helles, freundliches und dennoch würdiges „Gesicht“ verliehen. Auf dem alten Friedhof wurde ein Parkplatz angelegt. Zudem wurde in Kirche und Choranbau eine elektrische Heizung eingebaut und eine neue Turmuhr angeschafft.

 

1974/75 schlossen die Außenrenovierungen an Turm, Kirchenschiff samt Dach und Choranbau die Erneuerungsarbeiten ab.

1976 wurde in der Glockenstube eine Teeküche eingebaut.

 

Nach einem Blitzschlag im Jahr 1991 mussten beschädigten Teile der Mauern, bzw. der Elektrizität im Innern, bzw. die Turmspitze erneuert werden.

In den Jahren 2007/2008 fand dann wieder eine aufwendige Außenrenovierung statt und ließ im Anschluss die Jakobuskirche in neuem Glanz erstrahlen. Zu diesen Arbeiten wurde auch die Außenanlage gegen Osten neu gestaltet.

 

 

Der Taufstein

 

Doppelkonisch, kreisrund, Kufe mit kleiner Aushöhlung, von 1620 d.h. noch von der Vorgängerkirche.