Information über Albrecht Schmidt, Uganda und Corona

Von Frau Rauen / CFI (Christliche Fachkräfte International) haben wir am 08.05.2020  folgende Informationen über Albrecht Schmidt, Uganda und Corona bekommen.

Dies wollen wir hier gerne veröffentlichen:

 

 

Liebe Gemeinde von Albrecht Schmidt,

 

es ist nun 2,5 Jahre her, dass ich zum Aussendungsgottesdienst von Albrecht bei Ihnen in der Gemeinde sein durfte. Heute möchte ich den Kontakt gerne auffrischen und einige aktuelle Infos weitergeben:

 

Die Corona Pandemie breitet sich inzwischen auch in den Ländern unserer kirchlichen Partnergemeinden und Organisationen immer weiter aus und vielleicht haben Sie sich bereits die Frage gestellt, was das für Albrecht in Uganda bedeutet und wie wir von Christliche Fachkräfte International als Entsendeorganisation damit umgehen.

Es ist uns als Werk ein Anliegen, Sie als Gemeinde, Freunde und Unterstützerkreis mit in unsere Überlegungen hineinzunehmen und über den aktuellen Stand zu informieren.  Aus diesem Grund schreibe ich Ihnen heute diese Mail mit einigen Infos zu der aktuellen Situation, die Sie bei Bedarf gerne auch an andere interessierte Personen weiterleiten dürfen.

 

Jedes Land geht anders mit der Krise um und nicht selten kommt es zu sehr kurzfristigen und einschneidenden Maßnahmen, die unseren Mitarbeitern sehr viel Flexibilität abfordern. In Uganda wurde die erste bestätigte Corona-Infektion am 21. März festgestellt. Aktuell liegt der offizielle Stand bei 98 Infizierten, bislang ohne Todesfälle. Die Regierung in Uganda hat sehr schnell reagiert und einen ziemlich strengen „Lockdown“ angeordnet. Daher sind bereits seit Mitte März die Schulen, Grenzen und der Flughafen geschlossen. Auch der öffentliche und private Verkehr ist stillgelegt, alle Bildungs- und religiöse Einrichtungen sowie nicht notwendige Geschäfte sind ebenfalls geschlossen.

Für Albrecht bedeutet das, dass er nicht wie gewohnt in der Uni arbeiten kann. Allerdings kann er sich nach wie vor zu Fuß oder mit dem Fahrrad im näheren Umfeld bewegen und auch ein paar Tätigkeiten in der Uni weiterführen – soweit es ohne Studenten und Kollegen geht. Er kann die Zeit auch gut nutzen, um einiges im Homeoffice aufzuarbeiten und ist weiterhin über Email und Telefon mit Kollegen in Kontakt. Nur die Möglichkeit einer Rückkehr nach Deutschland ist momentan nicht oder nur sehr eingeschränkt (ggf. bei einem medizinischen Notfall) gegeben. Momentan macht uns allerdings die große Not der armen Bevölkerung fast mehr Sorgen als die Pandemie, denn viele Tagelöhner v.a. in den größeren Städten können derzeit nichts verdienen und haben daher oft nichts mehr zu essen, was die Gefahr von Unruhen steigen lässt.

 

Wir sehen als Werk den Auftrag/die Berufung zu einem Dienst im Ausland durch solch eine Krise nicht generell infrage gestellt, aber dennoch haben wir für jeden einzelnen Mitarbeiter Verantwortung. Daher bin ich als Projektbetreuerin und Ansprechpartnerin in engem Kontakt mit Albrecht, um im gemeinsamen Gespräch und Gebet die individuelle Lage immer wieder neu zu bewerten und zu überlegen, was die jeweils richtigen Schritte sind. Dabei ist jedem Mitarbeiter freigestellt, sich für eine vorübergehende Rückkehr nach Deutschland zu entscheiden. In den Entscheidungsprozess beziehen wir ganz bewusst die Einschätzung der Situation von Seiten unserer einheimischen Partner und der Verantwortlichen vor Ort ein. Zudem sind wir gut vernetzt mit dem für uns zuständigen Bundesministerium, dem Auswärtigen Amt und den Deutschen Botschaften in den Ländern. Von dort erhalten wir ebenfalls regelmäßige Updates und Empfehlungen, die mit in die Entscheidungsfindung einfließen.

 

Was uns sehr ermutigt, ist die Reaktionen unserer Partnerorganisationen zu erleben. Sehr viele melden uns zurück, dass auch sie für uns hier in Deutschland und Europa beten und dass sie sehr dankbar dafür sind, dass unsere Mitarbeiter trotz der Krise vor Ort bleiben und ihnen in dieser schweren Zeit zur Seite stehen. Auch die Verantwortlichen und Kollegen der Ndejje Universität, unserer Partnerorganisation in Uganda, übernehmen an dieser Stelle Verantwortung für Albrecht und beraten ihn in Sicherheitsfragen. Daher denken wir, dass es aktuell verantwortbar ist, dass Albrecht in Uganda bleibt und auch er selbst sieht momentan keine Notwendigkeit zu einer Rückkehr nach Deutschland wegen der Pandemie.

 

Gleichzeitig sind wir sehr dankbar für viele kreative Ideen, mit denen einige unserer Mitarbeiter trotz Lockdowns und Einschränkungen, den Menschen vor Ort Mut und Hoffnung machen und wir freuen uns, dass sich so viele dafür entschieden haben, auch weiter unseren Geschwistern in ihren Einsatzländern zu dienen. Wir wissen, wie knapp gerade die Finanzen durch die ausfallenden Gottesdienste sind. Umso dankbarer sind wir für alle finanzielle Unterstützung für die Arbeit von Albrecht.

 

Wenn Sie als Gemeinde Rückfragen haben, kommen Sie gerne auf mich zu. Und bitte beten Sie in dieser Zeit ganz besonders intensiv um Gottes Schutz und Segen für Albrecht, so dass er am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorgehen kann.

 

Zum Schluss möchte ich noch ein ermutigendes Statement von einem unser einheimischen Partner aus der D.R. Kongo mit Ihnen/Euch teilen, dass denke ich für uns alle gilt:

„Die COVID-19 Pandemie führte zu weit verbreiteter Angst und zu Missständen in Wirtschaft, Umwelt und im sozialen Bereich. Während sich die Gesamtheit der Gesellschaft nach innen kehrt, müssen wir als Christen uns gegenseitig weiter ermutigen, indem wir nach oben zu Christus und nach außen zum Nächsten schauen. Beständig im Glauben. Beständig in der Hoffnung. Beständig in der Liebe!“

 

Ich wünsche Ihnen als Gemeinde Gottes Segen!

 

Mit herzlichen Grüßen,

Esther Rauen / CFI (Christliche Fachkräfte International)